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»» Brutpflegestrategien![]() Foto oben: Bunter Kampffisch (Betta macrostoma) aus Brunei, Männchen
Die 10 bedeutendsten Brutpflegestrategien bei LabyrinthfischenTiere haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, ihre Art zu erhalten. Entweder, die Eltern kümmern sich ganz besonders intensiv um den Nachwuchs, oder sie ersetzen die persönliche Fürsorge durch eine besonders hohe Eizahl. Bei einer gleichbleibend großen Population wird jedes Elternpaar im Schnitt nur durch zwei Nachkommen Foto rechts: Der Schwarze Makropode, Macropodus spechti, ein Männchen im Prachtkleid Die Mehrzahl der Labyrinthfische versorgen ihre Eier und die daraus schlüpfenden Larven. Meist ist die Brutpflege alleinige Aufgabe der Labyrinthfisch-Väter, aber auch die Mütter haben oft mehr oder weniger direkt Anteil am Überleben ihrer Brut. Im weitesten Sinn verfolgt jede brutpflegende Art eine erfolgreiche Strategie. Das ist auch das Erzeugen sehr vieler, vergleichsweise kleiner Eier, wenn dadurch das Überleben der Art gewährleistet wird. Am eindrucksvollsten wird dieser Erfolg dadurch bewiesen, dass gerade die in ihren Heimatgewässern besonders häufig vorkommenden Arten (Fadenfische der Gattungen Trichogaster und Colisa) diese Strategie verfolgen. Als "Brutpflegestrategien im engeren Sinne" möchte ich hier jedoch evolutive Lösungen verstehen, die die Überlebenschancen des einzelnen Nachkommen vergrößern. Je geringer die Eizahl, desto erfolgreicher ist eine so verstandene Brutpflegestrategie. Die Labyrinthfischeltern verhalten sich also so, dass ihre Nachkommenschaft möglichst verlustfrei groß wird. Jede Art hat da ihre eigenen Tricks, sie verfolgt eine arteigene Brutpflegestrategie. Natürlich haben die Fische nicht Einsicht in die Folgen ihres Verhaltens. Ihre Verhaltensweisen sind angeboren und haben sich im Verlauf der Stammesgeschichte in der Art eines Optimierungsprozesses herausgebildet. Oft sind solche Entwicklungen noch keineswegs abgeschlossen und man kann sich mit wenig Phantasie vorstellen, wie die Entwicklung in der Zukunft weitergehen könnte. Man kann "Brutpflegestrategien im engeren Sinne" als evolutive Lösungen definieren, die die Überlebenschancen des einzelnen Nachkommen vergrößern. Hier sollen die wichtigsten der bei asiatischen Labyrinthfischen aus der Familie der Belontiiden vorkommenden Strategien vorgestellt werden. Die Mehrzahl dieser Strategien wird innerhalb der Arten regelmäßig angewandt, wie Schaumnestbau, Maulbrüten, Klumpenbildung und manches andere. Einige Strategien sind aber keinesfalls regelmäßig zu beobachten, wie beispielsweise die Strategie des Junge-Einsammelns beim Siamesischen Kampffisch Betta splendens. Ich will hier die wichtigsten 10 Strategien aufzählen und an Beispielen vorstellen.
Foto links: Der Schaumnestbauer Colisa labiosa bei der Paarung, gerade erscheinen die Laichkörner. Verschiedentlich wird argumentiert, das Schaumnest diene in erster Linie zur Versorgung der Brut mit Sauerstoff. Natürlich ist dieses besonders in warmen Gewässern bedenkenswert. Andererseits wird aber gerade bei den Arten, deren Eier leichter als Wasser sind, deutlich, dass das Schaumnest in erster Linie die Funktion hat, den Laich zusammenzuhalten. Im Aquarium zeigt sich namlich, dass die Entwicklungsraten der Eier, die ohne Schaumnest gehalten werden, denen der im Schaumnest belassenen Eier um nichts nachstehen. Gleichzeitig dient das Schaumnest auch dazu, das Gelege an aus dem Wasser herausragenden Pflanzenteilen (z. B. Reispflanzen) zu verankern. Das gilt für Fadenfische mit ihren Schwimmeiern, aber auch für die Formen mit schwereren Eiern wie Knurrende Guramis (Trichopsis) und Kampffische (Betta), für die das Schaumnest darüber hinaus eine Floßfunktion übernimmt. Andere verschiedentlich diskutierte Aufgaben der Schaumnester (antibakterielle Wirkung des Schaums, optisches Zentrum des Laichreviers) einschließlich der oben erwähnten Versorgung der Brut mit Sauerstoff, treten dagegen in den Hintergrund. Auch unter den Schaumnestbauern gibt es deutliche Unterschiede in der Art und der Intensität der Brutbetreuung. Bei den Sinkei-Formen muss der Vater, oft zusammen mit der Mutter, dafür sorgen, dass die Laichkörner ins Nest gebracht und an die Schaumblasen geklebt werden. Bei den Schwimmei-Formen steigt der Laich von selbst nach oben in das Schaumnest. Einige Arten (z.B. Colisa labiosa) lassen es dabei bewenden, andere (z.B. der Zwergfadenfisch Colisa lalia) sammeln abgedriftete Laichkörner einzeln wieder ein.
Foto rechts: Männchen des Gestreiften Fadenfisches (Colisa fasciata). Diese Unterschiede im Verhalten erklären sich leicht durch den verschiedenen Bau des Nestes. Der Dicklippige Fadenfisch (C. labiosa) hat, wie auch der Gestreifte Fadenfisch (C. fasciata) und verschiedene andere Labyrinthfische, ein nur aus wenigen Schaumlagen bestehendes, sehr lockeres Schwimmnest, das jedoch eine weite Fläche am Wasserspiegel einnimmt. Daher landen alle der nach dem Laichen nach oben schwebenden Eier ohne Probleme im Nestbereich. Der Durchmesser des mit Pflanzen durchsetzten und sehr kompakten Nestes des Zwergfadenfisches (C. lalia) ist dagegen selten größer als 6 cm. Hier ist es notwendig, einen großen Teil des Laichs einzusammeln, wenn er im Nest zusammengehalten werden soll. Unter den Schaumnestbauern gibt es zwei Arten (den Zwergfadenfisch Colisa lalia und den Mondscheinfadenfisch Trichogaster microlepis), die ihr Schaumnest regelmäßig mit Pflanzenteilen ausbauen. Das Pflanzenmaterial gibt dem Nest nicht nur zusätzliche Festigkeit, es dient als "Infusorienbrutkasten" zusätzlich auch der Bereitstellung von Nahrung für die Brut gleich nach dem Selbständigwerden. Die kleinen, meist glasklaren Eier sind zwischen den Schaumblasen nur schwer zu finden. Daher bedienen sich einige Arten einer besonderen Zusatz-Strategie, die ich als "Laichspucken" bezeichne. Die Männchen stellen sich nach dem Ablaichen an den Wasserspiegel und spucken Wassertropfen in die Luft. Die ins Schaumnest gefallenen Spucktropfen reißen die zwischen den Blasen enthaltenen Eier in tiefere Wasserschichten, wo sie durch ihre Bewegung jetzt leichter aufgefunden und eingesammelt werden können. Man sieht dieses keinesfalls immer auftretende Verhalten besonders bei Colisa chuna, Trichogaster trichopterus und Macropodus opercularis.
2. Versteckbrüten: einige Arten pflegen Laich und Larven ausschließlich oder bevorzugt in Höhlen. Es sind ausnahmslos Formen, deren Eier schwerer als das Wasser sind, also mit Sinkeiern. Sie legen unter dem Höhlendach vollständige oder auch nur rudimentäre Schaumnester an. Die Eier und die Larven werden vorzugsweise an diesen Blasen angeheftet, seltener auch an Festsubstraten. In der Natur befinden sich diese Höhlen wahrscheinlich vorwiegend unter Baumwurzeln, unter Blättern und in dichten Pflanzenbüscheln, im Aquarium werden ersatzweise auch Steinhöhlen angenommen. Foto rechts: Rote Spitzschwanzmakropoden Pseudosphromenus dayi legen ihre Nester bevorzugt in Höhlen oder wie hier versteckt unter einem Blatt an. Es gibt Arten und Gattungen, die ihre Nester allem Anschein immer in Höhlen oder unter Blättern anlegen (Prachtzwergguramis aus der Gattung Parosphromenus) und andere, die auch an der Oberfläche Schaumnester bauen, wenn keine Höhlen zur Verfügung stehen (Spitzschwanzmakropoden, Pseudosphromenus-Arten). Dem Freilandbeobachter sind die versteckt angelegten Nester weit weniger offensichtlich als die Schwimmnester. Daher werden sie leicht übersehen. Der Knurrende Gurami (Trichopsis vittata) laicht wenn immer möglich in Höhlen ab, pflegt dort auch den Laich, zieht dann aber mit den geschlüpften Larven zu einem am Wasserspiegel errichteten Schaumnest um.
3. Klumpenbildung: Arten aus verschiedenen Familien (Macropodus ocellatus, Belontia signata, Colisa chuna, Betta bellica, Trichopsis pumila) lassen bald nach dem Ablaichen ihr oft schon von vorneherein unvollständiges Schaumnest zerfallen. Der Laich wird dann zu kompakten Haufen zusammengetragen. Die vom Speichelsekret umhüllten Eier kleben aneinander, müssen aber im Hinblick auf den notwendigen Gasaustausch ständig umgeschichtet werden. Diese Strategie erfordert unablässigen Einsatz des Vaters. Sie hat sich sowohl bei Formen mit Schwimmeiern verwirklicht als auch bei Sinkei-Formen. Bei der letzten Gruppe befinden sich allerdings immer noch einige Schaumblasen zwischen den Eiern (Floßfunktion). Die Klumpenbildung hat den Vorteil, dass der so untergebrachte Laich besser versteckt und verteidigt werden kann. Foto links: Ein Belontia signata-Männchen beim Versorgen seines Laichklumpens. 4. Laichpakete: Fast alle 5. Taschenbildung: Rote Spitzschwanzmakropoden (Pseudosphromenus dayi) haben, wie auch ihre schwarzen Verwandten (Pseudosphromenus cupanus) eine ausgesprochen
Der Kämpferische Kampffisch Betta bellica hat dagegen eine Methode entwickelt, die die besonders riskanten Stadien (nach unten rieselnde Eier, am Boden liegende Eier) umgeht. Das Weibchen gibt seine Eier in eine Flossentasche ab, die es aus seinen Brustflossen gebildet hat und hält sie so an seinem Körper fest. Das Foto rechts zeigt diese Situation deutlich. Der vergrößerte Ausschnitt läßt die Laichkörner deutlich erkennen. Nun kann der Vater (links im Bild) die Eier in aller Ruhe aus der Tasche aufsammeln und ins Schaumnest bringen. Anmerkung: Das Foto verdeutlicht natürlich auch sehr gut die 3. Strategie - Klumpenbildung (siehe oben!). - Gelegentlich kann man eine derartige Taschenbildung auch bei einigen anderen Kampffisch-Arten beobachten. Dort geschieht das jedoch nicht regelmäßig und erscheint dem Beobachter immer wie zufällig. Immerhin sieht man dort, wie ein derartiges Verhalten entstehen kann. 6. Schüsselbildung: Es gibt eine weitere Methode, das Zu-Boden-Rieseln des Laichs direkt nach dem Ablaichen zu verhindern. Die Abbildung vom Foto links: Schüsselbildung beim Faden-Prachtzwerggurami (Parosphromenus filamentosus) 7. Maulbrüten: Im Gegensatz zu Cichliden, bei denen Maulbrüten vor allem bei Bewohnern von Stillwassergebieten vorkommt, findet man unter den Belontiiden Maulbrüter ganz vorwiegend in langsam oder auch stärker strömenden Gewässern. Die Schaumnestbauer dagegen sind eher in stehenden Gewässern anzutreffen. Das trifft besonders für die Schaumnestbauer zu, die ihre Nester direkt am Wasserspiegel anlegen. Versteckbrüter wie die Prachtzwergguramis (Parosphromenus-Arten) findet man mit ihren mehr oder weniger rudimentären Schaumnestern oft auch in langsam fließenden Gewässern.
Foto rechts: Maulbrütende Kampffische (Betta picta) bei der Laichübergabe Viele Betta-Arten sind Maulbrüter. Das Weibchen legt den Laich in eine Körperbeugung des Männchens, aus der es dann die Eier aufschnappt. Es findet also eine Schüsselbildung wie oben bei Parosphromenus filamentosus gezeigt statt. Anschließend spuckt das Weibchen die Eier einzeln oder in kleinen Portionen dem Männchen vor, das sie dann aufschnappt und für etwa zwei Wochen in seinem Kehlsack verstaut. Bei einigen Arten geht die Eiübergabe blitzschnell von Maul zu Maul wie bei Betta macrostoma (Abb. ganz oben!), bei anderen ist es ein langwieriges Vorspucken und Wiederaufnehmen der Eier wie bei Betta channoides. Unabhängig von der Gattung Betta (Kampffische) tritt Maulbrüten innerhalb der Belontiiden auch in den Gattungen Sphaerichthys (Schokoladenguramis) und Ctenops (Spitzkopfgurami) auf, möglicherweise auch bei Parasphaerichthys. ![]()
Fotos links und rechts: Der kleine maulbrütende Kampffisch Betta channoides, links das Männchen, rechts bei der Paarung. Ansätze zur Maulbrutpflege kann man bei verschiedenen Arten beobachten. So beobachtete ich bei einem durch Photoblitze beunruhigten Belontia signata-Vater, dass er seinen an der Wasseroberfläche zusammengetragenen Laichklumpen mit wenigen Schnappbewegungen im Maul verstaute und sich mit ihm für einige Minuten hinter einen Stein in Bodennähe zurückzog. Danach entließ er die Eier wieder am alten Platz. 8. Weibchen als Ersatzbrutpfleger: Normalerweise ist innerhalb der brutpflegenden Labyrinthfische die Vaterfamilie üblich. Die Laich- und Larvenbetreuung ist Aufgabe des Männchens. Es erstaunt im Vergleich zu den Cichliden, dass die Labyrinthfischeltern (mit der bemerkenswerten Ausnahme von Belontia signata) die Brut nicht gemeinsam verteidigen. Das hängt damit zusammen, dass junge Labyrinthfische keinen Schwarmzusammenhalt kennen, dass sie also nicht, wie bei den meisten Cichliden üblich, geführt werden können. Offenbar wäre aber erst in diesem Stadium der zweite Elter wirklich gefordert. Zumindest zeigen viele Buntbarsche, dass die Pflege der Eier und der noch schwimmunfähigen Larven ausgezeichnet allein von einem Elternteil (hier der Mutter) übernommen werden kann, dass der andere dann aber beim Führen der Brut gebraucht wird (Beispiel: verschiedene Pelvicachromis- und Apistogramma-Arten). Immerhin halten sich bei den oben als Beispiel genannten Zwergcichliden die Väter in der Nähe auf und sind bereit, das Revier ihres Weibchens mit der Brut zu verteidigen. Entsprechendes kann man bei einigen Belontiiden beobachten, vor allem beim Siamesischen Kampffisch Betta splendens. Hier kann man in großen Aquarien durchaus beobachten, dass die Weibchen sich gelegentlich an der Mitverteidigung des Reviers beteiligen. Zweifellos stehen sie aber auch als Ersatz-Brutpflegerinnen bereit. Wenn man im Experiment bald nach dem Ende des Ablaichens das Männchen herausfängt, ist das Weibchens willens und in der Lage, alle Brutpflegehandlungen zu übernehmen, die sonst der Vater allein vorgenommen hätte. Auch bei vielen anderen Sinkeiformen gibt es Weibchen als Ersatzbrutpfleger, ebenso beim Makropoden, einem Schwimmeierproduzenten. Dagegen fressen Zwergfadenfisch-Weibchen ihr Gelege regelmäßig, wenn sie nicht von ihren Männchen daran gehindert werden. 9. Versorgung der schon freischwimmenden Brut: Viele Labyrinthfische stellen ihrer freischwimmenden Brut nach. Bei einigen Arten (z. B. beim Punktierten Fadenfisch Trichogaster trichopterus und bei den Prachtzwergguramis Parosphromenus) haben die Altfische jedoch ihrer Brut gegenüber eine mehr oder weniger stark ausgebildete Fresshemmung. Zumindest im Aquarium zeigt es sich, dass auch schon die seit langer Zeit freischwimmende Brut von keinem der Eltern verfolgt wird, obwohl sie von der Größe her fresstauglich wäre. Wenn ein oder beide Eltern ihr Revier auch nach dem Freischwimmen der Brut verteidigen und die Jungen im Revierbereich verbleiben, werden die Jungen noch indirekt von den Eltern geschützt. Belontia signata-Eltern sichern ihre Brut auf diese Weise in den ersten Lebenswochen.
Entsprechendes beobachtet man bei Prachtzwergguramis. Junge Parosphromenus alfredi kehren auch viele Tagen nach dem Freischwimmen in ihre vom Vater auch weiterhin bewohnte und gegen andere Tiere verteidigte Bruthöhle zurück. Hier sind die Verhältnisse exakt so, wie es der Cichlidenfreund von den Julidochromis Arten her kennt. Ansonsten ist ein Versorgen der Jungen wegen ihres fehlenden Schwarmzusammenhalts schwierig. Betta splendens Väter sammeln ihre schon freischwimmende Brut mit Hilfe von Vibrationssignalen ein, die die Kleinen anlocken. Dieses Verhalten tritt nicht regelmäßig auf. Ich kenne langjährige Kampffischzüchter, die es nie beobachten konnten! Ich konnte dokumentieren, dass diese Art des Einsammelns auch bei splendens-Müttern auftreten kann, wenn sie als Ersatzbrutpflegerinnen wirken. 10. Größere Weibchen: bei fast allen Belontiiden sind die Männchen mehr oder weniger deutlich größer als die Weibchen. Das erklärt sich aus ihrer Aufgabe als Revierbesitzer und Brutpfleger. Bezeichnenderweise ist es bei den Zwergformen genau umgekehrt. Sehr kleine Weibchen sind offensichtlich stark benachteiligt, da sie zu wenig Laich produzieren können. Man trifft diese Verhältnisse bei einigen kleinen Prachtzwerggurami-Arten an (besonders bei Parosphromenus parvulus), beim Knurrenden Zwerggurami Trichopsis pumila (nicht beim größeren Trichopsis vittata) und beim Honigfadenfisch Colisa chuna (nicht bei den anderen, größer werdenden Colisa-Arten). Diskussion Es ist leicht zu erkennen, dass kaum eine der vorgestellten Arten nur einer einzigen Brutpflegestrategie folgt. Der Knurrende Zwerggurami Trichopsis pumila verfolgt 4 der oben vorgestellten Strategien: Versteckbrüten, Klumpenbildung, Laichpakete, größere Weibchen. Beim Siamesischen Kampffisch Betta splendens lassen sich 3 Strategien zeigen: Schaumnestbau an der Wasseroberfläche, Weibchen als Ersatzbrutpfleger, Versorgung der schon freischwimmenden Brut. Weitere Beispiele lassen sich unschwer finden. Es ist üblich, dass sich verschiedene Brutpflegestrategien kombinieren. Letztlich wird damit der Erfolg vergrößert.
Weiterhin fällt auf, dass viele gleichartige Strategien in verschiedenen Gattungen auftauchen. Beispielsweise findet man Klumpenbildung beim Schwimmeier-Produzenten Belontia, beim Sinkei-Produzenten Trichopsis, aber auch bei einzelnen Vertretern aus den Gattungen Colisa, Macropodus und Betta. Zweifellos wurden diese Verhaltensweisen unabhängig voneinander erworben. Entsprechendes gilt für das gleichzeitige Auftreten in verschiedenen Gattungen vom Versteckbrüten, Maulbrüten und vielleicht selbst beim Schaumnestbau, wenn man dort Schwimmei- und Sinkeiformen gegenüberstellt. Foto rechts: Dunkler Kampffisch Betta persephone, Männchen im Prachtkleid
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