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»» Panzerwelse
Haltung: Bei Aquarianern stehen die tagaktiven, immer im Boden nach Futter schnüffelnden Arten hoch im Kurs. Wichtig ist aber, dass Panzerwelse nicht zu groben und auf keinen Fall scharfkantigen Bodengrund im Aquarium vorfinden. Es passiert zwar nicht immer und auch nicht zwangsläufig, aber ich habe in dieser Hinsicht schon sehr traurige Erfahrungen gemacht: Manchmal scheuern sich die Fische ihre Barteln bis auf kleine Stümpfe ab. - Auch sollten sie als sehr gesellige Tiere auf jeden Fall in kleinen Trupps mit Artangehörigen gehalten werden. Leider werden gerade Panzerwelse vielfach als Abfallfresser angesehen, die sich der zu Boden gefallenen Futterreste annehmen, die die Salmler übersehen haben. Oft bekommen sie dann nicht ausreichend Nahrung. Am besten gibt man ihnen nach dem Ausschalten der Aquarienbeleuchtung noch eine Extraportion. Im Dunkeln werden ihnen die anderen Fische nicht allzu viel wegfressen können. Überlebensstrategien: Panzerwelse leben vorzugsweise in strömenden Gewässern. Daher sind sie auch im Aquarium für Wasserströmung dankbar. In Südamerika stehen die Panzerwelse jedoch auch schlechtere Zeiten durch. Während der Trockenzeit werden viele von ihnen in Resttümpeln von den eigentlichen Flussläufen abgeschnitten und müssen jetzt mit der minderen Qualität des oft trüben und sauerstoffarmen Tümpelwassers fertig werden. Mit Hilfe ihrer Zusatzatmung machen sie das ganz gut. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen jagen die Bodenfische zur Wasseroberfläche, um dort Luft zu schlucken. Die sauerstoffreichen Luftblasen werden geschluckt und dann in ihrem Darm veratmet - genauer: in ihrem Enddarm. Später - nachdem ihnen der Sauerstoff entzogen wurde - werden sie über den After abgegeben. So ist ihr Überleben auch unter Bedingungen möglich, in dem Fische ohne eine Zusatzatmung verloren wären. Am Gewässerboden sind die gepanzerten Welse vor Feinden recht gut geschützt. Sobald sie aber durch Atemnot gezwungen an die Oberfläche kommen, sind sie der Gefahr von fischjagenden Vögeln ausgesetzt. Aus diesem Grunde befolgen die Panzerwelse eine interessante Strategie: Sie schwimmen vorsichtig ins freie Wasser hoch, bis sie vom Wasserspiegel nur noch wenige Zentimeter entfernt sind. Hier beobachten sie die Umgebung - wenn es um mögliche Feinde geht, sind Welse ganz Augentiere! Nur bei der Nahrungssuche erscheinen uns Welse manchmal wie blind. Ist alles in Ordnung, dann jagen die kleinen Fische blitzschnell nach oben, schnappen nach Luft - man hat kaum Zeit, das zu erkennen - und hetzen wieder schnellstmöglich zum Boden. Dieses Verhalten kann man übrigens auch im Aquarium gut beobachten - natürlich besonders dann, wenn die Sauerstoffversorgung „in diesem Tümpel" nicht optimal ist. Interessant ist, dass die Welse dieses Verhalten oft im Schwarmverband zeigen. Letztendlich ist es vorteilhaft, sich der Gefahr gemeinsam auszusetzen. Ein Welsjäger kann sich unschwer auf ein einzelnes Beutetier konzentrieren, durch die Vielzahl der gleichzeitig auftauchenden potentiellen Beutetiere könnte er jedoch irritiert werden. Ernährung: Wer züchten will, sollte sich bei der Fütterung ein paar Gedanken machen. Gerade Panzerwelse, die eigentlich gut mit Trockenfutter gefüttert werden können, sind mit kleinem Lebendfutter, das sich in Bodennähe aufhält, gut in Laichkondition zu bringen. Auch tiefgefrorenes Futter, besonders eignen sich hier Mückenlarven, wird gerne genommen. Man sollte durchaus reichlich füttern, aber natürlich muss man darauf achten, dass kein Futter über längere Zeit ungefressen am Boden liegen bleibt und das Wasser verdirbt. Fortpflanzung: Gut gehaltene Panzerwelse laichen vielfach schon im Gesellschaftsaquarium ab. Da die Eier außerordentlich robust sind, werden sie von vielen Mitfischen nicht angetastet. Das gilt aber eben doch nicht für alle Mitbewohner. Und auch Artgenossen haben oft kannibalische Gelüste. Man kann die hartschaligen Eier jedoch mit einer Rasierklinge von ihrer Unterlage (oft sind es die Front- oder Seitenscheiben des Aquariums!) abnehmen und dann gesondert weiterpflegen. Wer Panzerwelse gezielt züchten will, sollte sie jedoch im Artaquarium halten. Die Höhe ist dabei wenig wichtig. Die Grundfläche sollte mindestens im Bereich von 30 x 40 cm liegen, mehr kann nicht schaden. Die Seiten und die Ecken können gut bepflanzt und mit Wurzelunterständen versehen werden. Der größte Teil des Aquariums sollte mit einer Freifläche von feinsandigem Boden bedeckt sein. Für die Zucht der Gefleckten oder Marmorierten Panzerwelse sind die Wasserwerte und der pH-Wert nur von geringer Bedeutung. Dennoch bevorzugen sie wie alle Panzerwelse zur Fortpflanzung weiches, leicht saures Wasser. Natürlich sollte das Wasser klar und möglichst sauber sein. Ein Filter und auch der regelmäßige Teilwasserwechsel sollten nicht fehlen. Es genügt ein mit Watte und Kies betriebener Innenfilter. Beim Teilwasserwechsel empfiehlt es sich, das Frischwasser etwas kühler als das bisherige Aquarienwasser hinzuzugeben. Dann laichen die Welse oft auf Anhieb. Die Zugabe von kälterem, sauerstoffreichem Wasser simuliert einen der tropischen Wassergüsse, der auch im Freiwasser das Laichen anregt. Da man zumeist davon ausgeht, dass die Panzerwelse aus dem tropischen Südamerika stammen, werden einige Arten oft zu warm gehalten. Diese Arten entstammen jedoch südlicheren Gebieten, die auf der Südhalbkugel wieder kälter werden. In manchen Panzerwelsbiotopen können die Temperaturen durchaus auf 18 ° C oder tiefer fallen. Diese Arten danken es, wenn man sie zeitweise bei niederen Temperaturen hält. Das gilt vor allem dann, wenn man Zuchtversuche anstellt. Neben Corydoras paleatus gehören auch die folgenden Arten dazu: Corydoras erhardti, barbatus, macropterus, nattereri, prionus und undulatus.
Ablaichen: Panzerwelse laichen gern in kleinen Gruppen. Besser als eine paarweise Unterbringung ist es, ein oder zwei Weibchen mit jeweils zwei bis drei Männchen zusammen zu halten. Man kann die Geschlechter bei Panzerwelsen mit ein bisschen Übung sehr leicht erkennen. Die Weibchen sind deutlich größer und vor allem fülliger als gleichaltrige Männchen. Das Ablaichen erfolgt meist in den Abendstunden und wird durch das Weibchen eingeleitet. Es schwimmt unruhig herum und putzt an Steinen und an der Aquarienscheibe. Schließlich werden auch die Männchen von diesen Aktivitäten angesteckt. Bald beginnen sie eifrig den Weibchen nachzuschwimmen. Zum Ablaichen stellt sich ein Männchen quer vor das Weibchen (T-Stellung), so, wie es das Foto unten zeigt! Oft klemmt es jetzt mit seinen Brustflossenstacheln das Weibchen an den Barteln ein und hält es so fest. Möglicherweise gibt das Männchen in diesem Moment sein Sperma ab (?), während das Weibchen ein oder mehrere Eier legt. Die Laichkörner werden zunächst in einer Tasche aufbewahrt, die das Weibchen aus den Bauchflossen bildet. Daraufhin schwimmt das Muttertier an Blätter, Steine oder auch an die Aquarienscheibe und heftet dort die stark klebenden Eier an. Der Vorgang wiederholt sich häufiger, bis 100 oder oft wesentlich mehr Eier zusammengekommen sind. Die Eier sind weißlich trüb und circa 1,5 mm groß. Der Zeitpunkt der Befruchtung der Eier und die genaueren Modalitäten sind immer noch umstritten. Möglicherweise wird der Laich in der Bauchtasche des Weibchens befruchtet, wahrscheinlicher vielleicht erst nach dem Ankleben. Es gibt sogar die Vermutung, dass die Spermien erst einmal eine Darmpassage beim Weibchen machen müssen, bevor sie zur Befruchtung kommen. Das ist aber wohl eher unwahrscheinlich, denn die Indizien für diese These sind mager. Aufzucht: Da die Fische sich am Laich vergreifen, sollte man die Eier nun absammeln. Man kann sie mit einer Rasierklinge, aber auch mit den Fingern von der Unterlage nehmen, denn sie sind sehr hartschalig. Sie werden jetzt in Aufzuchtbehälter mit dem entsprechenden Wasser überführt. Hier sollte durchlüftet werden. Oft empfiehlt es sich, ein Mittel gegen Laichverpilzung hinzuzugeben. Die Larven schlüpfen in Abhängigkeit von der Wassertemperatur nach drei bis fünf Tagen und suchen sehr bald die dunkelsten Stellen des Aufzuchtbeckens auf. Nach etwa zwei Tagen haben sie den Dottersack aufgezehrt.
Bild rechts: Der kleine Savannen-Panzerwels Corydoras polystictus aus dem Mato Grosso Im folgenden 1-Minuten-Film werden Panzerwelse in der freien Natur vorgestellt. Es handelt sich um Kameraden-Panzerwelse C. condiscipulus (vergesellschaftet mit C. oiapoquensis) aus einem brasilianischen Bächlein, einem Zufluß des Oyapock. Auswahl einiger Panzerwelse
Es gibt ...zig verschiedene Corydoras-Arten, nicht alle sind leicht zu bestimmen und auch die Ansprüche der Arten sind keineswegs identisch. Hier möchte ich einen kleinen Teil dieser Panzerwelse ganz kurz vorstellen (die Angaben zur Vorzugstemperatur und zum Schwierigkeitsgrad [SG] habe ich dem Aquarien-Atlas entnommen):
Kleiner Panzerwels Corydoras habrosus Marmorierter Panzerwels Corydoras paleatus Metallpanzerwels Corydoras aeneus Panda Panzerwels Corydoras panda Flaggenschwanz Panzerwels Corydoras robinae Leopard Panzerwels Corydoras trilineatus Pracht-Panzerwels Corydoras haraldschultzi Kameraden-Panzerwels Corydoras condiscipulus Rostpanzerwels Corydoras rabauti Savannenpanzerwels Corydoras polystictus Schwarzrückenpanzerwels Corydoras metae Silberstreifen Panzerwels Corydoras agassizii Bänderpanzerwels Corydoras schwartzi Orangeflossen-Panzerwels Corydoras sterbai Gelbflossen-Panzerwels Corydoras melanotaenia Stromlinien-Panzerwels Corydoras arcuatus Inirida-Panzerwels Corydoras delphax Kopfbinden-Panzerwels Corydoras melini © Dr. Jörg Vierke zurück zur Übersicht-Startseite weiter zur nächsten Seite: Badis - Blaubarsche, Chamaeleonfische, Topfgucker |